Ärztinnen vor einem Computertomographie-Gerät. Auf einem Bildschirm sind CT-Bilder eines Gehirns zu sehen.

Mit KI die Akutbehandlung des Schlaganfalls verbessern

Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) unterstützt ein neues KI-Modell Ärzt:innen bei der Behandlung von Schlaganfallpatient:innen.

Entwickelt wurde es von einem interdisziplinären Team um Prof. Dorothee Saur, stellvertretende Direktorin der Klinik für Neurologie, gemeinsam mit dem Institut für Neuroradiologie und dem Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz ScaDS.AI Dresden/Leipzig. Ziel ist es, bei akuten Fällen rasch die richtige Entscheidung für oder gegen eine Thrombektomie zu treffen.

Das Deep-Learning-System wertet Computertomographie-Bilder und klinische Daten aus und liefert eine patientenspezifische Prognose zum Gewebeschaden und zum Behandlungserfolg. So können Ärzt:innen einschätzen, welche Patient:innen von einer Intervention profitieren. Trainiert wurde die KI mit rund 400 Fällen am UKL und getestet in unabhängigen Datensätzen aus Leipzig und Dresden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Brain veröffentlicht. Nun erhält das Projekt 250.000 Euro Förderung, um die klinische Umsetzung zu ermöglichen.

„Mit der KI können wir schnellere und individuellere Entscheidungen treffen und so wichtige Gehirnfunktionen besser erhalten“, erklärt Prof. Saur.

Die Anwendung soll perspektivisch auch auf mobilen Endgeräten verfügbar sein und Ärzt:innen in spezialisierten Teams bei der Schlaganfallversorgung unterstützen. Langfristig zielt das Projekt auf eine personalisierte Medizin ab, die individuelle Patientenprofile und mögliche Behandlungsergebnisse noch genauer berücksichtigt.