Früherkennung von Mangelernährung ausgebaut
Krankheits- oder altersbedingte Mangelernährung wird häufig zu spät erkannt – obwohl sie weit verbreitet ist: Bis zu jeder fünfte Krankenhauspatient und rund ein Drittel der Krebsbetroffenen sind betroffen. Auch nach Operationen im Magen-Darm-Bereich leidet etwa jeder Dritte darunter. Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) begegnet diesem Problem seit Jahren mit einem flächendeckenden Ernährungsscreening für alle stationären Patient:innen.
Gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse (TK) wird dieser Ansatz nun im Rahmen eines Qualitätsvertrags weiter ausgebaut. Ziel ist es, Mangelernährung frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln. Standardisierte Fragen etwa zu Gewichtsverlauf oder Schluckbeschwerden helfen, Risiken schnell zu identifizieren und eine passende Ernährungstherapie einzuleiten.
Mangelernährung kann den Krankheitsverlauf erheblich verschlechtern, Komplikationen begünstigen und Therapien erschweren. Da sie auch bei normal- oder übergewichtigen Menschen auftreten kann, bleibt sie oft unentdeckt. Umso wichtiger ist eine frühzeitige Intervention: Sie verbessert nachweislich die Genesung und kann das Sterblichkeitsrisiko senken. Mit dem Qualitätsvertrag, der bis Ende 2027 läuft, wird die ernährungsmedizinische Versorgung am UKL weiter gestärkt und auf eine verlässliche Grundlage gestellt.