Gemeinsam gegen Hepatitis in Leipzig
Wie bundesweit steigen auch in Leipzig seit Jahren die Zahlen von Hepatitis B und C: 2024 wurden 147 Fälle registriert – ein Plus von 23 Prozent im Vergleich zu 2019. Um dem entgegenzuwirken, wurde das Public-Health-Projekt „LeoH – Leipzig ohne Hepatitis“ gemeinsam vom Universitätsklinikum Leipzig (UKL), dem Klinikum St. Georg und dem WIG2-Institut ins Leben gerufen. Versorgung, Testung und Aufklärung sollen deutlich verbessert werden.
Virushepatitis ist eine durch Viren verursachte Leberentzündung, die unbehandelt zu schweren Erkrankungen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs führen kann. Trotz vorhandener Therapien und Strategien steigen die Infektionszahlen weiter. „Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen und desto eher lässt sich die Weiterverbreitung verhindern“, betont Prof. Florian van Bömmel.
Das Projekt setzt auf ein breites Netzwerk aus Kliniken, Behörden, niedergelassenen Ärzt:innen und Anlaufstellen für besonders betroffene Gruppen. Geplant ist ein flächendeckendes Screening mit schneller Weitervermittlung in Behandlung – möglichst innerhalb von 24 Stunden. Gleichzeitig soll die Öffentlichkeit stärker sensibilisiert werden, etwa durch Testaktionen und Informationsangebote. Ein wichtiger Baustein ist der „Check-up 35“, der ein einmaliges Hepatitis-Screening beinhaltet, bislang aber zu wenig genutzt wird. Perspektivisch soll „LeoH“ auf ganz Sachsen ausgeweitet werden und als Modell für weitere Regionen dienen.