Neue Standards für die Intensivmedizin
Über die letzten fünf Jahre hat die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) die umfassende Überarbeitung der S3-Leitlinie „Invasive Beatmung und Einsatz extrakorporaler Verfahren bei akuter respiratorischer Insuffizienz“ für Deutschland, Österreich und die Schweiz koordiniert. Die aktualisierte Leitlinie wurde am 21. August 2025 auf dem WebPortal der AWMF veröffentlicht, fachlich geleitet und finanziert von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI).
Rund 100 Expert:innen aus 27 Fachgesellschaften erarbeiteten praxisorientierte, evidenzbasierte Empfehlungen, um Intensivteams bei der künstlichen Beatmung zu unterstützen und eine hochwertige, patientenzentrierte Versorgung sicherzustellen. Neben dem UKL waren auch das Universitätsklinikum Gießen, die Universitätsmedizin Göttingen und die Charité Berlin maßgeblich an Redaktion und Konsultation beteiligt. Besonders stark eingebunden wurden Nachwuchskoordinator:innen und Intensivpflegevertreter:innen, die eigenständig Evidenzbewertungen und Textentwürfe übernahmen. „Die Einbindung des Nachwuchses hat die Arbeit effizienter und innovativer gemacht“, betonte Dr. Falk Fichtner, stellvertretender Oberarzt am UKL.
Die Leitlinie, ursprünglich 2017 erschienen, wurde nach öffentlicher Konsultation Ende 2024/Anfang 2025 aktualisiert. Die Revision umfasst strukturierte Konsensverfahren, GRADE-basierte Evidenzbewertungen sowie Empfehlungen zu ECMO und Strukturanforderungen, um eine standardisierte und qualitativ hochwertige Versorgung auf Intensivstationen zu fördern.