Ärzteteam des Herzzentrums mit dem erfolgreich behandelten Patienten Daniel Hrivnak vor einem speziellen medizinischen Gerät.

Neue Therapie bei Herzrhythmusstörungen

Das Herzzentrum Leipzig und das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) haben erstmals erfolgreich die „stereotaktische Arrhythmie-Radioablation“ (STAR) bei einem Patienten mit lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörung angewendet. Dabei wird das betroffene Herzgewebe hochpräzise bestrahlt, um die elektrische Erregbarkeit zu reduzieren – eine schonende Alternative, wenn Standardtherapien wie Katheterablationen nicht greifen.

Die Behandlung richtete sich an einen Patienten mit ventrikulärer Tachykardie nach Herzinfarkt, deren betroffene Areale für konventionelle Eingriffe schwer zugänglich waren. Die STAR-Methode ermöglicht eine einmalige, schmerzfreie Bestrahlung ohne invasive Eingriffe. Grundlage ist die millimetergenaue Planung durch die Fusion von CT-Bildern und elektrophysiologischen Mapping-Daten, die Bestrahlung erfolgt mit einem Linearbeschleuniger, der Bewegungen von Herz und Lunge in Echtzeit berücksichtigt.

Koordiniert wurde die Therapie durch die Abteilung für Rhythmologie am Herzzentrum Leipzig unter Leitung von Priv.-Doz. Dr. Kerstin Bode sowie die Klinik für Strahlentherapie des UKL unter Univ.-Prof. Nils Nicolay. Bereits wenige Wochen nach der Behandlung zeigte sich beim ersten Patienten eine deutliche Beruhigung der Herzrhythmusstörungen.

„Seit dem Eingriff hatte ich keine einzige lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung mehr. Meine Familie und ich sind den Ärzten unendlich dankbar“, berichtet Daniel Hrivnak, 37 Jahre.