Ein medizinisches Team am Bett einer Patientin.

Wenn Immunzellen zu Krebsjägern werden

Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) wurde kürzlich zum 300. Mal eine Krebserkrankung mithilfe von CAR-T-Zellen behandelt. Die Therapie richtet sich derzeit vor allem an schwere Formen von Blut- und Lymphdrüsenkrebs wie Akute Lymphatische Leukämie, B-Zell Non-Hodgkin-Lymphome und das Multiple Myelom und bietet deutlich höhere Heilungschancen als konventionelle Behandlungen.

Seit 2019 steigt die Zahl der CAR-T-Zelltherapien am UKL kontinuierlich; allein 2025 erhielten bislang 81 Patient:innen diese Behandlung. Bei der Therapie werden körpereigene T-Zellen aus dem Blut der Patient:innen entnommen, im Labor gentechnisch so verändert, dass sie Krebszellen gezielt erkennen und zerstören, und anschließend vermehrt zurückgegeben. Vor der Infusion erfolgt eine milde Chemotherapie, um den Körper für die neuen Zellen vorzubereiten.

PD Dr. Vladan Vučinić erklärt: „Mit der CAR-T-Zelltherapie können wir Erkrankungen über lange Zeit unter Kontrolle bringen und in manchen Fällen sogar dauerhaft heilen.“

Seit 2019 ist das UKL eines der führenden CAR-T-Zell-Zentren Deutschlands und bietet als eines der wenigen Häuser alle verfügbaren Therapieoptionen an. Im kommenden Jahr soll zudem eine eigene Produktion von CAR-T-Zellen starten, um künftig individuell zugeschnittene Therapien zu ermöglichen. Die enge interdisziplinäre Betreuung der Patient:innen sichert auch nach der Infusion die bestmögliche Nachsorge.