Prof. Thilo Bertsche, Fachapotheker für Klinische Pharmazie, und Dr. Yvonne Remane, Leiterin der UKL-Apotheke umgeben von aufgereihten Medikamenten

Zehn Jahre für mehr Arzneimittel­sicherheit

Vor zehn Jahren startete das Leipziger Zentrum für Arzneimittelsicherheit (ZAMS) als bundesweit einmaliges Kooperationsprojekt von Universität und Universitätsklinikum Leipzig (UKL). Ziel ist es, Risiken bei der Anwendung von Medikamenten zu verringern, Ärzt:innen und Apotheker:innen zu beraten und Patient:innen vor Nebenwirkungen zu schützen.

„Besonders ist die enge Verzahnung der Klinikumapotheke mit dem Institut für Pharmazie“, erklärt Prof. Thilo Bertsche. So können Maßnahmen direkt am Patientenbett wissenschaftlich begleitet und deren Erfolg überprüft werden. Dr. Yvonne Remane, Leiterin der UKL-Apotheke, betont, dass klinische Pharmazeuten mittlerweile flächendeckend auf Stationen tätig sind, Ärzt:innen und Pflegekräfte unterstützen und Medikationsfehler verhindern.

ZAMS-Erfolge zeigen sich praxisnah: Frühchen auf der Neonatologie erhalten heute bedarfsgerecht hergestellte Infusionslösungen direkt von der Krankenhausapotheke – ein Schritt, der Dosierungsfehler reduziert und Pflegekräfte entlastet. Über 140 wissenschaftliche Publikationen belegen die Wirksamkeit der Konzepte.

Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand des UKL, betont die hohe Relevanz der Arzneimittelsicherheit: Viele unerwünschte Wirkungen sind vermeidbar, weshalb die Arbeit des ZAMS entscheidend für die Patientensicherheit ist. Trotz fehlender gesonderter Ressourcen wird das Engagement von allen Beteiligten zusätzlich zu ihren regulären Aufgaben geleistet.